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Startseite › Ingenieurwesen › Elektrotechnik › Berufe › Christopher (25), Hardwareentwicklungsingenieur
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Christopher (25)
Hardwareentwicklungsingenieur

Das habe ich studiert und so habe ich mich dafür entschieden:

Ich habe Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Automatisierungstechnik studiert.

Meine Wahl fiel darauf, weil mich im Physikunterricht besonders immer der Strom interessiert hat - und was man damit alles anstellen kann: z.B. die Steuerung von Robotern oder ganzen Fabrikationsanlagen.

Das wollte ich werden und das bin ich geworden:

Ursprünglich wollte ich Automatisierungsanlagen automatisieren, d.h. die Elektronikgeräte, Sensoren, Elektromotoren usw. zusammenstellen, die dazu gebraucht werden, und diese dann entsprechend programmieren, dass die Anlage läuft.

Geworden bin ich etwas anderes, was ich ehrlich gesagt noch spannender finde: Elektronik-Hardwareentwickler. Ich arbeite in einer Entwicklungsabteilung für Spezialrechner, deren Aufgabe es ist, Chemie- und Pharmaanlagen oder komplette Kraftwerke zu steuern und zu regeln.

Mein Beruf:

Ich wähle elektronische Bauteile (Mikroprozessoren, Arbeitsspeicher usw.) aus und verdrahte diese entsprechend auf Schaltplänen. Anschließend geht das ganze ins Layout (Planung der Leiterbahnverläufe auf der Platine). Danach werden die ersten Prototypen von mir getestet, und wenn sie für gut befunden wurden, darf die Softwareentwicklung beginnen. Außerdem gehört zu meinem Aufgabenbereich, Fehler in den Geräten zu untersuchen und, wenn die Ursache gefunden wurde, entsprechende Maßnahmen zur Abhilfe zu finden (Fertigungsfehler? Fehlerhaftes Bauteil? und so weiter...).

Mein typischer Arbeitstag:

Ich recherchiere, was für Bauteile für das Gerät in Frage kommen und setze diese auf den Schaltplan und zeichne die entsprechenden Querverbindungen zu anderen Mikrochips.

Am späten Vormittag muss ich in eine Besprechung mit dem Produktmanagement und der Softwareentwicklung, um darüber zu diskutieren, ob eine bestimmte Zusatzfunktion benötigt wird, und wenn ja, was der Einsatzzweck ist - damit wir das in der Hardwareentwicklung entsprechend berücksichtigen können.

Nachmittags gehe ich in unsere Testanlage und versuche mit dem Kollegen dort herauszufinden, warum es bei einem Kunden immer wieder zu Fehlern in der Anlage kommt. Wir versuchen den Fehler zu provozieren, um ihn dann genauer untersuchen zu können.

So helfen mir die Studieninhalte im Beruf:

Auf verschiedene Art und Weise. Zum einen weiß ich durch meinen Studienschwerpunkt Automatisierungstechnik, was für eine Aufgabe "meine" Produkte später haben: Wo werden sie eingesetzt? Was ist der Sinn und Zweck? Wie ist so ein Automatisierungssystem überhaupt aufgebaut - also: wie funktioniert es? Dadurch, dass wir auch ein bis zwei Programmiersprachen gelernt haben, kann ich mich zumindest etwas in die Kollegen aus der Softwareentwicklung hineinversetzen und kann die dort auftretenden Probleme eher verstehen.

 Das wichtigste waren aber die Fächer "Bauelemente" und "Industrieelektronik": Denn das sind die Dinge, die ich wirklich täglich brauche. Ich muss mir im Prinzip täglich die Frage stellen: Welchen Kondensatortyp setze ich ein? Wie groß muss der Widerstand sein? Kann ich den Prozessor direkt mit dem Speicher verbinden? Und wie erzeuge ich mir auf der Platine die 3V Versorgungsspannung für den Prozessor, wenn ich nur 5V reinbekomme? Ohne diese beiden Fächer hätte mir das Grundverständnis hierfür gefehlt.

Diese Zusatzqualifikationen sollte man schon während des Studiums erwerben:

Man sollte keine Angst davor haben, seinen PC mal aufzuschrauben und hinein zu schauen - oder mal ein altes Radio versuchen zu reparieren.

Englisch - gerade das technische Englisch - ist zwingend notwendig, denn gefühlte 99% aller Datenblätter sind nur in Englisch erhältlich.

Praktika in den Semesterferien können zusätzlich von Vorteil sein, um zu verstehen, wie eine Firma funktioniert.

In diesen Berufsfeldern kann man als Ingenieur tätig werden:

Die schwierigste Frage überhaupt. Denn die Antwort lautet: Fast alles ist möglich! Z.B.:

  • Forschung und Entwicklung (Hard- und Software)
  • Test
  • Support
  • Produktmanagement 
  • Anlagenprojektierung und Inbetriebnahme (z.B. Kraftwerksbau)
  • Leiter der Entwicklung/Fertigung/...
  • und vieles mehr.

Gehalt und Karrierechancen aus meiner Sicht:

Die Elektrotechnik-Studiengänge sind seit Jahren eher schlecht besucht. Demgegenüber steht ein immer höher werdender Elektronisierungs- und Automatisierungsgrad. Demnach steigt der Bedarf an Elektroingenieuren immer weiter. Viele Firmen haben sogar das Problem, das ihre Ingenieure in Rente gehen, die Firma aber keine Nachfolger für sie finden kann. Das zeigt sich natürlich auch in den (dementsprechend hohen) Gehältern.

Mein Tipp für Studieninteressierte:

Ganz klar: Begeisterung für Technik jeder Art - besonders natürlich für Elektronik. Außerdem sollten Mathematik und Physik kein rotes Tuch für Studieninteressierte sein, denn das sind die Grundlagen für die Elektrotechnik. Wenn man damit in der Schule so seine Probleme hatte, wird einen das sicherlich im Studium irgendwann einholen.

Aus dem Beruf:

  • Björn (32)
    Bauleiter von Großkraftwerken
  • Eugen (29)
    Ingenieur für Zugantriebskomponenten
  • Manfred (27)
    wissenschaftlicher Mitarbeiter Medizintechnik
  • Nico (32)
    wissenschaftlicher Mitarbeiter
  • Ruben (31)
    Softwareberater und -entwickler