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Startseite › Ingenieurwesen › Maschinenbau › Berufe › Heike (30), Produktionsverantwortliche
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Heike (30)
Produktionsverantwortliche

Das habe ich studiert und so habe ich mich dafür entschieden:

Ich habe während meiner Ausbildung zur Chemielaborantin bereits gemerkt, dass das nicht der Beruf ist, den ich die nächsten 50 Jahre ausüben will. Mir war die Arbeit zu einseitig und ich konnte nicht eigenständig genug arbeiten. Während meiner Ausbildung wurde ich dann in einem Technikum eingesetzt - hier hatte ich die ersten Berührungspunkte mit dem Maschinenbau, da meine Kollegen überwiegend Maschinenbauer bzw. Verfahrenstechniker waren. Man nahm sich damals viel Zeit mir alles zu erklären - Hintergründe, Zusammenhänge - und meine Fragen zu beantworten. Damit war mein Interesse geweckt.

Irgendwann kam der Punkt an dem mir klar wurde, dass ich noch ein Studium absolvieren möchte und da ich die Arbeit in diesem Technikum so faszinierend fand - neue Dinge entwickeln, Prozesse optimieren, usw. - bin ich sehr schnell zum Studiengang Maschinenbau gekommen. Damit war mein weiterer beruflicher Werdegang klar: Maschinenbau, Schwerpunkt Verfahrenstechnik (um den Bezug zu meiner Ausbildung wenigstens ein wenig zu erhalten). Meine Laborantenausbildung würde ich allerdings jederzeit wieder im Vorfeld absolvieren. Ich habe in den 2,5 Jahren viel fürs (Berufs-)leben gelernt.

Das wollte ich werden und das bin ich geworden:

Ich wollte einen Beruf, der mir Spaß macht, so dass ich gerne zur Arbeit gehe. Einen Beruf, in dem man neue Dinge entwickeln oder bestehende Dinge weiter entwickeln kann, Prozesse optimiert und - ganz wichtig - selbständig arbeiten kann. Heute habe ich genau einen solchen Beruf gefunden: Täglich neue Herausforderungen, es sind Flexibilität und Kreativität gefordert und ich arbeite völlig selbstständig.

Mein Beruf:

Ich arbeite heute als Produktionsverantwortliche in einem Produktionsbetrieb.

Hier habe ich ca. 60, ausschließlich männliche, Mitarbeiter im Vollkonti-Schichtbetrieb. Meine Aufgabe besteht in der Personalführung, Produktionsfeinplanung, Produktionsoptimierung, Versuchsdurchführungen, Begleitung von Sonderproduktionen und - wenn es an einer Stelle klemmt - "Feuerwehr" spielen. Hinzu kommen noch ganz viele tagesaktuelle Dinge, die immer wieder variieren. Zudem bin ich seit einiger Zeit stellvertretende Betriebsleiterin (ca. 200 Mitarbeiter).

Mein typischer Arbeitstag:

Mein Arbeitstag beginnt bereits zwischen 6 und halb 7, da um viertel vor 6 die Frühschicht beginnt. Zunächst mache ich mir ein Bild darüber, wie die Produktion des Vortages gelaufen ist, ob es aktuelle Probleme gibt, bearbeite Mails und mache meinen Produktionsrundgang.

Täglich um 8 ist die Frühbesprechung, die den vergangen Tag und die aktuelle Produktionssituation aller Produktbereiche zum Inhalt hat.

Danach variiert mein Arbeitstag immer wieder: An manchen Tagen bin ich Teilnehmer an vielen Besprechungen (z.B. um die aktuellen Kennzahlen meines Bereiches vorzustellen), führe Mitarbeitergespräche, kümmere mich um Produktionsprobleme, führe Versuche an den Produktionsanlagen durch, bereite Produktionen vor. Mein ständiger Begleiter ist das Telefon, da ich überall erreichbar sein sollte, wenn es Fragen oder Probleme gibt. An manchen Tage bin ich mit meinen laufenden Projekten beschäftigt oder bearbeite Verbesserungsvorschläge meiner Mitarbeiter.

Mein Arbeitstag endet offiziell nach 7,5 Stunden - was ich in den seltensten Fällen schaffe. Hinzu kommt, dass ich regelmäßig Rufbereitschaft habe, was bedeutet, dass man mich auch nachts oder am Wochenende jederzeit bei Produktionsproblemen anrufen kann.

So helfen mir die Studieninhalte im Beruf:

Insbesondere die verfahrenstechnischen Studieninhalte helfen mir dabei, die Produktionsprozesse besser zu verstehen. BWL ist mein ständiger Begleiter, wenn es um Kennzahlen geht, an denen mein Bereich gemessen wird. Ich werde sicherlich keine Berechnungen mehr durchführen müssen wie damals im Studium - aber bei vielen Dingen ist es einfach wichtig, dass man sie schon einmal gehört hat - und im Notfall weiß, wo man sie nachlesen kann!

Diese Zusatzqualifikationen sollte man schon während des Studiums erwerben:

Praxisphasen helfen ungemein, damit man nach Studienende nicht völlig blauäugig und weltfremd in das Berufsleben startet. Weiterhin sind gute Englischkentnisse in Wort und Schrift von Vorteil.

In diesen Berufsfeldern kann man als Ingenieur tätig werden:

In allen technischen Berufen, im produzierenden Gewerbe oder in der Ausbildung.

Gehalt und Karrierechancen aus meiner Sicht:

Wenn man Glück mit seinem Arbeitgeber hat: sehr gut!

Mein Tipp für Studieninteressierte:

Jeder sollte sich ernsthaft überlegen, zunächst vor dem Studium eine Ausbildung zu machen - man lernt hier fürs Leben. Zudem lernt man viele Bereiche kennen und kann damit später bei einem potenziellen Arbeitgeber punkten. Aus meiner Erfahrung war die Abschlussnote meines Studiums eher zweitrangig - mein Arbeitgeber hat sich viel mehr dafür interessiert, was ich alles schon gemacht habe!

Aus dem Beruf:

  • Eva (32)
    Mitarbeiterin in einem Kompetenznetz
  • Karsten (27)
    Flugzeugingenieur für Flugsteuerungssysteme
  • Magnus (29)
    Entwicklungsingenieur für alternative Antriebe
  • Paula (25)
    Contracter bei einem Stadtwerk
  • Rajesh (31)
    wissenschaftlicher Mitarbeiter Produktionstechnologie