| A | |
| Abschluss | Je nach Art und Dauer deines Studiums kannst du unterschiedliche Abschlüsse, sogenannte 'akademische Grade', erreichen. Zu den wichtigsten gehören: Bachelor, Master, Magister, Diplom und Doktor. Um diese akademischen Grade nach Studienrichtungen zu unterscheiden, werden ihnen jeweils noch verschiedene Abkürzungen angefügt, z.B. 'Sc.' für Science, 'Ing.' für Ingenieur oder 'Ed.' für Education. |
| B | |
| Bachelor | Der Bachelor ist der erste akademische Grad, den du nach durchschnittlich sechs Semestern Studienzeit an deutschen Hochschulen erreichen kannst. Zusammen mit dem Master ersetzt der Bachelor die bisherigen Abschlüsse Diplom und Magister. Je nach Fachrichtung wird der Bachelor unterschiedlich benannt: In den Geisteswissenschaften erhältst du beispielsweise einen Bachelor of Arts (B.A.), in den Naturwissenschaften einen Bachelor of Science (B.Sc.). |
| Bachelorarbeit | Die Bachelorarbeit wird auch "Bachelor-Thesis" genannt. Du hast ca. acht bis zehn Wochen Zeit, diese Arbeit, die zusammen mit den Bachelorprüfungen dein Bachelorstudium abschließt, zu schreiben. |
| Bologna-Prozess | Der Bologna-Prozess geht zurück auf die Bologna-Erklärung: 1999 unterzeichneten die europäischen Bildungsminister in Bologna die Erkärung, einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Ziel ist es, mit dem System von Bachelor und Master und beispielsweise den ECTS-Punkten europaweit vergleichbare Abschlüsse einzuführen. Bis 2010 soll dieser Prozess, der damit auch die Abschlüsse Diplom und Magister ablöst, vollzogen sein. |
| C | |
| Credit Points | Die "Credit Points" sind die Punkte, mit denen dein Leistungsaufwand gemessen wird. Sie sollen den Arbeitsumfang in Stunden abbilden, den du durchschnittlich für ein Modul deines Studiums aufbringst. Ein CP (so die Abkürzung) entspricht ungefähr 30 Stunden Arbeit. Für den Bachelor-Abschluss musst du zwischen 180 und 240 Credit Points sammeln. |
| Curriculum | Curriculum bedeutet Lehrplan oder Lehrzielvorgabe. Im Curriculum ist der Ablauf des Studiums dargestellt. |
| D | |
| deskriptiv | Deskriptiv bedeutet 'beschreibend'. In der Wissenschaft meint das im Besonderen, dass man ein Phänomen beschreibt und erläutert, ohne es zu bewerten oder dafür Regeln festzulegen. Das Gegenteil von deskriptiv ist normativ. |
| Diplom | Das Diplom ist ein akademischer Abschluss eines meist ingenieur- oder naturwissenschaftlichen oder sozialwissenschaftlichen Fachgebiets. Das Studium untergliedert sich in Vor- und Hauptdiplom. Neben dem Diplom an einer Universität, kann man den Abschluss auch an einer Fachhochschule (dann steht hinter dem Diplomtitel die Abkürzung FH) oder an einer Kunst- und Musikhochschule erreichen. Im Zuge des Bologna-Prozesses wird dieser Abschluss an deutschen Hochschulen jedoch nicht mehr angeboten. |
| Diplomarbeit | Die Diplomarbeit ist die wissenschaftiche Arbeit, mit der ein Diplomstudium abgeschlossen wird. Für das Schreiben dieser Abschlussarbeit ist meist ein Zeitraum von vier bis sechs Monaten vorgesehen. |
| Doktor | Der Doktor ist der akademische Grad, den man nach einer erfolgeichen Promotion erhält. Wesentlicher Bestandteil der Promotion ist die Doktorarbeit/Dissertation. Je nach Fachrichtung ergänzen entsprechende Abkürzungen den Doktortitel. So bedeutet beispielsweise 'Dr.-Ing.' Doktor der Ingenieurwissenschaften, 'Dr. iur.' Doktor der Rechtswissenschaft, 'Dr. med.' steht für Doktor der Medizin und 'Dr. phil.' meint Doktor der Geisteswissenschaften. Der Doktortitel ist die Voraussetzung für eine Habilitation. |
| Doktorand | Doktorand ist die Bezeichnung für jemanden, der seine Doktorarbeit scheibt und somit Anwärter auf den Doktortitel ist. Doktoranden werden häufig während ihrer Forschungsarbeit auch als Dozenten bzw. Forschungspersonal an Hochschulen eingesetzt. |
| Doktorarbeit/Dissertation | Die Doktorarbeit, die auch Dissertation genannt wird, ist eine schriftliche, wissenschaftliche Arbeit. Sie ist eine der Voraussetzungen dafür, einen Doktortitel verliehen zu bekommen. Um überhaupt eine Doktorarbeit schreiben zu können, brauchst du bereits einen Studienabschluss. Im Unterschied zu den Studien- und Examensarbeiten, die du während des Studiums anfertigst, musst du in der Doktorarbeit einen eigenständigen Beitrag zur Forschung leisten. Während du an deinem Thema forschst, wirst du von einem Doktorvater oder einer Doktormutter betreut. Je nach Fachrichtung besteht die Dissertation aus einem einzelnen, eigenständigen Werk oder aus mehreren Teilen, die du zuvor als einzelne Aufsätze in Fachzeitschriften veröffentlich hast. |
| E | |
| ECTS-Punkte | ECTS bedeutet "European Credit Transfer and Accumulation System". Dieses System soll sicherstellen, dass du dir deine im Studium gesammelten Credit Points europaweit auch an anderen Hochschulen anerkennen lassen kannst. Das kommt dir beispielsweise zugute, wenn du die Hochschule wechseln und im europäischen Ausland studieren möchtest. Um diese Punkte zu sammeln, musst du in den entsprechenden Lehrveranstaltungen beispielsweise ein Referat halten oder eine Klausur schreiben. |
| empirisch | Das Wort Empirie kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie 'Erfahrung, auf Beobachtung beruhend'. Weil du nur das beobachten kannst, was in der Realität existiert, sind die Gegenstände der empirischen Wissenschaft reale Objekte. Wenn du empirisch forschst, leitest du deine wissenschaftlichen Erkenntnisse also aus Beobachtungen, Experimenten und Messungen ab, die du stetig an der Realität kontrollierst. Empirische Forschung zählt in vielen Fächern zum Lehrplan, zum Beispiel in Form von Feldexperimenten in der Soziologie oder in Form von Marktforschung in der Betriebswirtschaftslehre. |
| Exmatrikulation | Exmatrikulation bedeutet wörtlich "Ausschreibung". Durch die Exmatrikulation endet deine Hochschulmitgliedschaft. Die Exmatrikulation kann verschiedene Gründe haben, etwa dass du nicht mehr weiter studieren möchtest. Wenn du wiederholt Prüfungen nicht bestehst (und damit nicht mehr weiterstudieren darfst) oder wenn du dein Studium erfolgreich beendet hast, wirst du von der Hochschule automatisch exmatrikuliert. |
| F | |
| Fachhochschule | Fachhochschulen sind eine Art von Hochschulen. Lehre und Forschung sind hier meist auf einen anwendungsbezogenen Schwerpunkt orientiert. Im Gegensatz zu Universitäten, kannst du an einer Fachhochschule auch mit der Fachhochschulreife ein Studium beginnen. Je nach Studienrichtung brauchst du außerdem praktische Erfahrung oder eine Berufsausbildung für ein Studium an der Fachhochschule. Sie unterscheiden sich ferner von Universitäten, dass Fachhochschulen kein Promotionsrecht inne haben. |
| Fakultät | Die Fakultät ist eine Lehr- bzw. Verwaltungseinheit einer Hochschule. Eine Fakultät umfasst zusammengehörige Wissenschaften, das heißt deren Lehrtätige und Studierende sowie das nicht-wissenschaftliche Personal. So umfasst beispielsweise die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät einer Hochschule u.a. Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und verwandte Wissenschaften. |
| Freischuss | Freischuss ist ein Begriff, den du im Jura-Studium antriffst. Er bedeutet, dass wenn schnell studiert wurde und das 1. Staatsexamen nach einer gewissen Semesteranzahl (i.d.R. 8. Semester) versucht wird, der Versuch - sofern das Examen nicht bestanden wurde - nicht als durchgefallen zählt. Es macht also nichts, wenn man "daneben" trifft, daher "Freischuss". Schreibt man das Examen nicht in der Freischuss-Zeit, also im sogenannten "regulären Versuch", dann darf man es nur ein mal wiederholen falls man durchfällt. |
| G | |
| Grundstudium/Hauptstudium | Die Unterscheidung zwischen Grund- und Hauptstudium war insbesondere bei Diplom- und Magisterstudiengängen gebräuchlich. Im Rahmen des Bachelors sind diese Begriffe nur noch selten anzutreffen. Aktuell sind sie noch bei Examensstudiengängen. Das Grundstudium umfasst die ersten Semester des Studiums. Dort lernst du die wissenschaftlichen Methoden und allgemeinen Grundlagen des jeweiligen Fachs kennen. Im Hauptstudium vertiefst du dann diese Kenntnisse und wendest sie auf spezielle Sachverhalte an. In diesem zweiten Abschnitt des Studiums kannst du dich oft auf einen Bereich deines Faches spezialisieren und wählen, welche angebotenen Veranstaltungen du dazu besuchen möchtest. |
| H | |
| Hauptfach/Nebenfach | Im Generellen wird die Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenfach an der Anzahl der zu erwerbenden Scheine und abzuleistenden Semesterwochenstunden festgemacht. Dabei sollen die Nebenfächer das Hauptfach ergänzen. Wenn du beispielsweise im Hauptfach BWL studierst, lohnt es sich durchaus, noch ein BWL-fremdes Fach (z.B. Sprachen, Sozialwissenschaften, Ingenieurswissenschaften) nebenbei zu belegen. Wie viele Scheine und Semesterwochenstunden du für ein Nebenfach sammeln musst, ist in der Prüfungsordnung oder im Modulhandbuch eines jeweiligen Faches festgelegt. |
| Hausarbeit | Eine Hausarbeit ist eine wissenschaftliche Arbeit, die auch 'Seminararbeit' genannt wird. Diese Bezeichnung folgt aus der Tatsache, dass du Hausarbeiten meist in Seminaren, nicht aber in Vorlesungen, schreibst. Mit einer solchen wissenschaftlichen Arbeit handelst du ein Thema ab, das im Zusammenhang mit dem Thema des jeweiligen Seminars steht. Die Anforderungen an die Hausarbeit (Länge, Umfang der analysierten Literatur, usw.) ist vom besuchten Seminar bzw. deiner Studienordnung abhängig. Dort erfährst du außerdem, wie viele Hausarbeiten du in deinem Studium verfassen musst. Ähnlich wie eine Klausur, wird deine Hausarbeit vom Dozenten benotet. |
| Hiwi | Hiwi wird heute als Abkürzung für "wissenschaftliche Hilfskraft" verwendet und bezeichnet zumeist Studenten, die bei einer universitären Einrichtung (Lehrstühle, Pressestelle, Auslandsamt usw.) jobben, um sich ihr Studium zu finanzieren. Die Bezeichnung "Hiwi" ist zwar weit verbreitet, aufgrund ihrer Verwendung in der Zeit des Nationalsozialismus (Abkürzung für "Hilfswilliger") allerdings nicht unumstritten. Sie wird daher an einigen Hochschulen bewusst vermieden. |
| Hochschule | Hochschule ist der Überbegriff für die Ausbildungsstätten, an denen man studieren kann. Universitäten, Fachhochschulen und Musikhochschulen gehören genauso dazu wie etwa Technische Universitäten, Sporthochschulen oder Kunstakademien. |
| I | |
| Immatrikulation | Wenn du dich an einer Hochschule bewirbst und die Zusage bekommst, dann ist die Immatrikulation (Einschreibung) der nächste Schritt. Dadurch wirst du Mitglied der Hochschule. Um Prüfungsleistungen an einer Hochschule erbringen zu können, musst du an ihr eingeschrieben/immatrikuliert sein. |
| Institut | Institute sind, indem sie sich auf ein bestimmtes Fachgebiet beziehen, i.d.R. Unterabteilungen an einer Fakultät. Sie bestehen mindestens aus einem, meist aber aus mehreren Lehrstühlen. An der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät wären das beispielsweise das Institut für Physik oder das Institut für Biologie. |
| J | |
| Juridicum | Bezeichnung der juristischen Fakultät in manchen Universitäten (z.B. in Bonn, Münster oder Passau). |
| L | |
| Lehrstuhl | Lehrstühle sind weitere Untergliederungseinheiten innerhalb eines Institutes oder einer Fakultät. Sie beziehen sich nur auf ein bestimmtes Fachgebiet. An der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät gibt es so am Institut für Biologie beispielsweise einen Lehrstuhl für Mikrobiologie. Meist wird ein Lehrstuhl von einem Professor, an größeren Universitäten auch von mehreren Professoren, besetzt. |
| Lehrveranstaltung | Unter dem Begriff 'Lehrveranstaltung' werden alle Unterrichtseinheiten eines Hochschulstudiums zusammengefasst. Diese sind ganz unterschiedlicher Art: Vorlesungen, Seminare, Übungen, Tutorien, usw. Diese Arten der Lehrveranstaltungen unterscheiden sich beispielsweise darin, wer dir den Lehrstoff vermittelt oder wie dir der Lehrstoff vermittelt wird. Je nach Hochschule oder Fachrichtung kann die Auffassung von bestimmten Lehrveranstaltungen variieren. |
| M | |
| Magister Artium | Magister Artium, was übersetzt "Meister der Künste" heißt, ist ein akademischer Abschluss von zwei oder drei meist geisteswissenschaftlichen Fächern, die als Kombination studiert wurden. Mit der Umstellung auf Bachelor und Master wird dieser Abschluss an deutschen Hochschulen jedoch nicht mehr angeboten. |
| Master | Der Master ist der zweite akademische Grad, der sich an den Bachelor anschließt. Die Regelstudienzeit beträgt meist 4 Semester. Zusammen mit dem Bachelor ersetzt der Master die bisherigen Abschlüsse Diplom und Magister. Mit dieser Umstellung sollen die Chancen deutscher Absolventen auf dem internationalen Arbeitsmarkt gehoben werden. Je nach Fachrichtung wird auch der Master unterschiedlich benannt: In den Geisteswissenschaften erhältst du beipielsweise einen Master of Arts (M.A.), in den Naturwissenschaften einen Master of Science (M. Sc.) und als Lehramtsanwärter einen Master of Education (M. Ed.). |
| Masterarbeit | Die Masterarbeit, auch "Master-Thesis" genannt, stellt zusammen mit den Masterprüfungen den Abschluss des Masterstudiums dar. Du hast ungefähr sechs Monate Zeit, diese Arbeit anzufertigen. |
| Modul | Ein Modul ist eine Lehreinheit, die aus mehreren Lehrveranstaltungen zu einem gemeinsamen Teilgebiet eines Studienfaches besteht. Ein Modul dauert normalerweise ein bis drei Semester. Jeder Bestandteil eines Moduls (jede Vorlesung, jedes Seminar) wird mit einer bestimmten Anzahl von Credit Points bewertet. Module sind ein wichtiger Bestandteil der Bachelor- und Masterstudiengänge und wurden mit diesen eingeführt. |
| N | |
| normativ | Normativ bedeutet so viel wie 'festlegend'. In der Wissenschaft heißt das vor allem, Regeln und Normen für ein Phänomen aufzustellen und nicht, es zu beschreiben. Das Gegenteil von normativ ist deskriptiv. |
| Notenskalen | Notenskalen legen fest, mit welchem Zahlenwert eine bestimmte Leistung verbunden wird. So, wie in deiner Schulzeit gibt es an Hochschulen auch die Bewertung mit den Noten 1 bis 6, wobei 1 die beste Leistung und 6 die schlechteste Leistung meint. Oft werden zur Bewertung einer Leistung auch die Zwischennoten, wie z. Bsp. 1,9 oder 3,5 verwendet. Wenn deine Leistung schlechter als mit 4,0 bewertet wird, hast du die entsprechende Klausur oder Prüfung allerdings nicht bestanden. Im Jura-Studium gibt es dagegen traditionell eine ganz andere Notenskala, die von 0 bis 18 Punkten reicht. Die Punktzahlen bedeuten: 0 = mangelhaft, 1 - 3 = ungenügend, 4 - 6 = ausreichend, 7 - 9 = befriedigend, 10 - 12 = vollbefriedigend, 13 - 15 = gut, 16 - 18 = sehr gut. |
| Numerus Clausus | Numerus Clausus (NC) ist lateinisch, heißt auf deutsch "beschränkte Zahl" und bedeutet, dass in einen Studiengang an einer Hochschule nur so viele Bewerber zugelassen werden, wie es Plätze gibt. Meist versteht man unter einem NC diejenige Abiturnote, mit der man als Bewerber in einem Auswahlverfahren gerade noch einen Platz erhält. Die Studienplatzvergabe ist allerdings etwas komplizierter, da neben der Abiturnote noch diverse Vorabquoten (z.B. Härtefallquoten) und Hauptquoten (z.B. Wartezeitquote) eine Rolle spielen. Der NC wird nicht im Vorfeld durch die Hochschule festgelegt, sondern ergibt sich in jedem Auswahlverfahren neu, aufgrund der zur Verfügung stehenden Plätze und der Anzahl der Bewerber. |
| O | |
| öffentlicher Sektor | Der öffentliche Sektor umfasst die Tätigkeitsbereiche von Beamten bzw. Arbeitnehmern, die für Bund, Länder oder Kommunen und somit nicht im privatwirtschaftlichen Bereich arbeiten. |
| P | |
| Physikum | Das Physikum ist die erste umfassende Prüfung im Medizinstudium, die nach vier Semestern Regelstudienzeit stattfindet. Das Physikum besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil, wobei die schriftlichen Fragen deutschlandweit einheitlich gestellt werden. Das Physikum gilt als anspruchsvolle und schwierige Zwischenprüfung nach dem ersten und schwersten Teils des Medizinstudiums und wird von den Studenten entsprechend meist gefürchtet. |
| PostDoc | PostDoc ist die Abkürzung für 'Post-Doktorand' und bezeichnet einen Doktoranden, der nach der Abgabe der Doktorarbeit noch weiter an der Hochschule arbeitet. Meist bleiben PostDocs für weitere zwei Jahre angestellt. |
| Prädikatsexamen | Der Begriff 'Prädikatsexamen' bezeichnet ein Examen mit einem überdurchschnittlichen Ergebnis. Im Jura-Studium erhältst du solch ein Prädikatsexamen, wenn du das Examen mit mindestens 9 Punkten (also 'vollbefriedigend') bestehst. Oft ist ein Prädikatsexamen die Voraussetzung für die Bewerbung auf eine Doktorandenstelle. Auch setzt der Zugang zum Staatsdienst i.d.R. Prädikatsexamina voraus. |
| Praktikum | Ein Praktikum dient dazu, berufsbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten zu erlernen und das im Studium erworbene theoretische Wissen in der Arbeitswelt anzuwenden. Für bestimmte Fachrichtungen wird vor oder während des Studiums ein Pflichtpraktikum verlangt. Das gilt vor allem für Studiengänge an Fachhochschulen. Dort sind auch ganze Praxissemester keine Seltenheit. Neben den Pflichtpraktika kannst du aber auch freiwillige Praktika absolvieren, die dir später vielleicht einmal den Einstieg in den Beruf erleichtern. Das ist vor allem bei geisteswissenschaftlichen Studiengängen hilfreich, weil dort der Praxisbezug keine vorrangige Stellung im Studium einnimmt. In den Naturwissenschaften werden übrigens auch Lehrveranstaltungen als 'Praktikum' bezeichnet - und zwar solche, in denen die Studenten selbst Experimente durchführen oder praktische Übungen absolvieren. |
| Praktisches Jahr | Das Praktische Jahr (Abkürzung: PJ) ist das letzte Jahr des Medizinstudiums. Darin setzt du dein zuvor im Studium angeeignetes theoretisches Wissen in die Praxis um, indem du jeweils 16 Wochen in drei unterschiedlichen Bereichen eines Krankenhauses arbeitest. Pflicht sind dabei die Abteilungen der Inneren Medizin und der Chirurgie, die dritte Abteilung kannst du frei wählen. |
| Professor | Professoren sind die höchstrangigen Lehrer an deutschen Hochschulen. Neben ihrem Lehrauftrag müssen Professoren auch weiter in ihrem Fachgebiet an der Hochschule forschen. Die gängigsten Wege, eine Professur zu erlangen, sind eine erfolgreiche Habilitation (= Lehrbefähigung in einem wissenschaftlichen Fach) oder eine Juniorprofessur. Dies gilt insbesondere für die Professur an einer Universität. Professoren werden an eine Hochschule berufen, wobei das Berufungsverfahren meist mehrere Jahre dauert. |
| Promotion | Mit Promotion bezeichnet man die Verleihung des akademischen Grades "Doktor". Damit du den Doktortitel verliehen bekommst, muss du zunächst eine Doktorarbeit schreiben. Im Anschluss durchläufst du dann noch einen mündichen Prüfungsteil: je nach Hochschule und Fachrichtung ist das entweder das Rigorosum oder die Disputation. Das Rigorosum ist eine mündliche Prüfung, bei der neben dem Thema deiner Doktorarbeit meist noch weitere Fächer geprüft werden. Die Disputation ist eine öffentliche Verteidigung der Doktorarbeit, bei der du wie in einem Streitgespräch die zentralen Thesen deiner Doktorarbeit vor den kritischen Fragen der Professoren verteidigen musst. Wenn du auch diesen mündlichen Teil erfolgreich bestehst, musst du deine Dissertation veröffentlichen. Erst dann ist die Promotion abgeschlossen und du darfst den Doktortitel tragen. Die genauen Anforderungen sind in der Promotionsordnung der jeweiligen Universität verankert. |
| R | |
| Referendariat | Das Referendariat ist vor allem für das Lehramts- und das Jura-Studium relevant. Es bezeichnet die meist zweijährige Praxiszeit nach dem ersten Staatsexamen. Lehramtsstudenten arbeiten dann zwei Jahre an einer Schule; bei den Juristen wird das Referendariat im Gericht absolviert und dient der Ausbildung zum Volljuristen. Beide Referendariatsarten schließen mit dem zweiten Staatsexamen ab. |
| Regelstudienzeit | Die Regelstudienzeit beschreibt die Anzahl der Semester, in denen du dein Studium mit einer berufsqualifizierenden Prüfung abschließen solltest. Die Regelstudienzeiten variieren von Fach zu Fach und von Hochschule zu Hochschule. Du kannst sie in den Prüfungsordnungen eines jeweiligen Faches nachlesen. Da sich die Regelstudienzeit an einem Durchschnitt orientiert, kannst du dein Studium natürlich auch nach weniger oder mehr Semestern abschließen. |
| Repetitorium | Ein Repetitorium ist eine Art der Unterrichtsform, in der Wissen sehr komprimiert vermittelt und wiederholt wird (daher auch die Bezeichnung: 'repetere' ist das lateinische Wort für 'wiederholen'). Besonderen Einsatz findet das Repetitorium im Jura-Studium, wo es der Vorbereitung auf die Staatsexamina dient. Sie werden meist von privaten Veranstaltern, aber auch von den Universitäten angeboten. |
| S | |
| Schein | Scheine nennt man die Bescheinigungen über erbrachte Leistungen in einer Lehrveranstaltung. Diese Scheine können benotet oder unbenotet sein - je nachdem, ob du eine Klausur oder eine Hausarbeit geschrieben oder nur aktiv am Seminar teilgenommen hast. Du musst diese Scheine bis zum Ende deines Studiums sammeln. Wie viele Scheine du benötigst, kannst du in der Prüfungsordnung deines Studienfaches nachlesen. |
| scheinfrei | "Scheinfrei" ist ein umgangssprachlicher Ausdruck und bedeutet, dass man in seinem Studiengang alle Scheine bereits erworben hat und nur noch eine Abschlussprüfung (etwa Examen oder Abschlussarbeit) bevor steht. |
| Seminar | Das Seminar ist eine Art der Lehrveranstaltung, in der Wissen vertieft und, meist durch Referate von Studenten, die Fähigkeit des Vortragen entwickelt und ausgebaut wird. Je nach Größe der Seminargruppe diskutierst du hier außerdem viel oder arbeitest in Kleingruppen mit anderen zusammen. |
| Soft Skills | Im Gegensatz zu dem im Studium erworbenen fachlichen Wissen bezeichnen Soft Skills die sogenannten "weichen Faktoren", die so zumeist nicht unterrichtet werden, aber dennoch im Beruf sehr wichtig sind. Manchmal als "soziale Kompetenzen" definiert, wird die Definition jedoch meist noch deutlich weiter gefasst und beinhaltet z.B. folgende Fähigkeiten: Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Präsentationstalent, Verhandlungsgeschick, Rhetorik, Zeitmanagement, Kreativität, Einfühlungsvermögen, und Kritikfähigkeit. |
| Staatsexamen | Ein Staatsexamen ist eine Abschlussprüfung, die von einer staatlichen Behörde durchgeführt wird. Die Prüfung basiert somit auf staatlichen Standards und berechtigt zur Ausübung eines staatlich geregelten Berufes. So gehören beispielsweise die Studiengänge Medizin, Jura und Lehramt zu denjenigen, die mit einem Staatsexamen bzw. mehreren Staatsexamina abgeschlossen werden. |
| SWS/Semesterwochenstunden | Dieser Begriff bezeichnet die Unterrichtsstunden, die du pro Woche in einem Semester besuchen solltest. Für jedes Semester sind dir eine bestimmte Anzahl an Semesterwochenstunden vorgeschrieben. Eine Semesterwochenstunde dauert 45 Minuten und die meisten Lehrveranstaltungen haben eine Dauer von zwei Semesterwochenstunden. Wenn du also im Vorlesungsverzeichnis bei einer Veranstaltung "2 SWS" liest, bedeutet das, dass die Veranstaltung einmal die Woche stattfindet und eineinhalb Stunden dauert. |
| T | |
| Trainee | Beim Berufseinstieg hat man (v.a. in der Wirtschaft) häufig die Wahl zwischen Direkteinstieg und Traineeprogramm. Ein Traineeprogramm dauert meistens ca. 2 Jahre und gibt dem Trainee während dieser Zeit die Möglichkeit, durch kurze Einsätze in verschiedenen Abteilungen das Unternehmen kennenzulernen und ein Netzwerk aufzubauen. |
| Tutor | Bezeichnung für die Person, die ein Tutorium leitet (häufig Studenten aus einem höheren Fachsemester). |
| Tutorium | Ein Tutorium ist eine Art Nachhilfe, die von einem Studenten aus einem höheren Fachsemester geleitet wird. Meistens wird ein Tutorium begleitend zu einer Lehrveranstaltung eines Dozenten angeboten. Du erarbeitest, vertiefst oder ergänzt hier den Lehrstoff aus der Lehrveranstaltung und erhältst Tipps vom Tutor oder den anderen Studenten. |
| U | |
| Übung | Eine Übung ist eine Art der Lehrveranstaltung, bei der wissenschaftliche Methoden praktisch und auf konkrete Fragestellungen angewendet werden. In der Regel begleitet die Übung eine Vorlesung. |
| Universität | Die Universität ist eine Art der Hochschule, die sich besonders durch die Vielfalt der Fachrichtungen und die Möglichkeit zur Promotion auszeichnet. Um an einer Universität studieren zu können, musst du in der Regel das Abitur vorweisen. Im Gegensatz zu Fachhochschulen bilden Universitäten die Studenten meist wissenschaftsbezogener aus. |
| V | |
| Vertiefungsrichtung | Die Vertiefungsrichtung dient dazu, einen speziellen Bereich eines Faches zu vertiefen. Zu einer Vertiefungsrichtung werden dann auch bestimmte Lehrveranstaltungen angeboten. Im Fach Informatik könntest du dich beispielsweise auf die Vertiefungsrichtung Betriebssysteme spezialisieren. Im Fach Jura kannst du bestimmte Rechtsgebiete vertiefen usw. Hierfür wird auch der Begriff Schwerpunkt häufig verwendet. |
| Volontariat | Das Volontariat ist eine Ausbildung, die meist mit dem Journalismus verbunden wird und sich an ein Studium anschließt. Während eines Volontariats durchläufst du die verschiedenen Abteilungen oder Redaktionen eines Verlages, einer Zeitung oder einer Medienanstalt. Je nach Vorbildung und Eignung kann das Volontariat zwischen zwölf und 24 Monaten dauern. Mit dem Volontariat soll dir der Berufseinstieg in die Branche erleichtert werden. |
| Vordiplom/ Hauptdiplom | Als Vordiplom bezeichnet man den Abschluss des Grundstudiums in einem Diplomstudiengang. Für dieses Vordiplom muss man Klausuren und evtl. mündliche Prüfungen bestehen. Nach dem Vordiplom beginnt dann das Hauptstudium, das wiederum nach Prüfungen und der Diplomarbeit mit dem (Haupt-)Diplom abschließt. |
| Vorlesung | Die Vorlesung ist eine Art der Lehrveranstaltung, bei der ein Professor über ein bestimmtes Thema doziert. Meistens sind zu Vorlesungen viel mehr Zuhörer zugelassen als bespielsweise zu Seminaren. Dafür bieten Vorlesungen dann allerdings auch wenig Raum für Diskussionen. Die Teilnehmeranzahl einer Vorlesung variiert stark nach Fach, Studienrichtung und Studienabschnitt. |
| W | |
| Wartesemester | Wartesemester sind Anzahl an Semestern, die seit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung vergangen sind, ohne dass du eingeschrieben warst. In Studiengängen, bei denen es mehr Bewerber als Plätze gibt, wird ein Teil der Plätze nach Wartezeit vergeben. So kommt es, dass du nach einer gewissen Zeit doch noch die Chance auf einen Studienplatz in deiner Wunschfachrichtung hast, auch wenn dein Abiturdurchschnitt eventuell nicht gut genug war. |
| wissenschaftlicher Mitarbeiter | Wissenschaftlicher Mitarbeiter ist die Bezeichnung für einen Mitarbeiter eines Forschungsprojekts an einer Hochschule. Wissenschaftliche Mitarbeiter sind einem Lehrstuhl angegliedert, betreiben Forschung in ihrem Gebiet und leiten in der Regel auch Lehrveranstaltungen wie Seminare oder Übungen. Meistens arbeiten sie auf ihre eigene Promotion hin. |
| Z | |
| ZVS | ZVS ist die Abkürzung für die 'Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen'. Für bestimmte Studiengänge, die in Deutschland stark nachgefragt sind, erfolgt die Vergabe der Studienplätze über die ZVS. Derzeit gilt das für die Fächer Humanmedizin, Pharmazie, Psychologie, Tiermedizin und Zahnmedizin. |