Interesse am Arztberuf hatte ich (durch Opa und Onkel als Ärzte) schon immer und habe eigentlich keine Alternative gesehen. Es war klar, dass ich Ärztin werden wollte.
Ich hatte noch keine genauen Vorstellungen von einer bestimmten Weiterbildungsrichtung. Zeitweise hatte ich überlegt, Kinderärztin oder Ärztin für Viszeralchirurgie zu werden.
Geworden bin ich tatsächlich ein "Mittelding": Assistenzärztin für Kinder- und Neugeborenenchirurgie.
Ärztin für Kinder- und Neugeborenenchirurgie beinhaltet, alle Operationen sowohl in der Bauchchirurgie als auch in der Traumatologie (Unfallchirurgie) an Kindern unter 18 Jahren und Neugeborenen (und Frühgeborenen) mit Fehlbildungen durchzuführen.
7:30 Visite mit Besprechung der Station
8:00 Uhr OP. Operieren je nach OP Plan bis 16:00, ggfs. später.
Zwischenzeitlich oder je nach Rotationsplan Sprechstunde, Stationsarbeit, ...
16:00 Nachmittagsbesprechung und Stationsrundgang.
Aus Mangel an Kollegen zurzeit alle drei Tage 24 Stunden Dienst im Anschluß. Jedes zweite Wochenende wird gearbeitet, ebenso an vielen Feiertage einschließlich Weihnachten und Silvester.
Das Studium ist eine gute Grundlage als theoretisch/ naturwissenschaftlicher Teil, hat allerdings nur sehr wenig Bezug zum realen Leben/Arbeiten mit Verantwortung, sinnvollem Zeitmanagement, Umgang mit Eltern/Patienten, zum Teil lebensbedrohlichen Erkrankten usw.
So viele Praktika in so vielen Richtungen wie möglich, vor allem im Ausland!
Karrierechancen sind bei Enthusiasmus und Investition von viel Zeit auf jeden Fall gegeben. Im Verhältnis von Zeit, Verantwortung und resultierendem Gehalt sollte man sich aus finanzieller Sicht lieber einen anderen Job suchen.
Auf jeden Fall NICHT abschrecken lassen von all dem Gerede - jeder, der Medizin studieren möchte sollte das auf jeden Fall tun! Ich würde immer wieder Ärztin werden, auch wenn dieser Beruf einen sehr schlaucht!