Ich hatte schon immer ein großes Interesse an Informatik und Fähigkeiten in dem Themenbereich. Die Entscheidung war also naheliegend.
Ich wollte als Software-Ingenieur einsteigen, und das habe ich auch so gemacht.
Ich entwickle Software und bin in vielen Phasen dieses Prozesses involviert (Beratung, Spezifikation, Design, Programmierung, Testen). Der genaue Schwerpunkt ist jeweils auch vom eigenen Interesse an den verschiedenen Bereichen abhängig.
Zuerst das übliche Prozedere bei jedem Schreibtischjob: PC an, Kaffee holen, Mails checken. Dann beginnt die eigentliche Arbeit.
Ich prüfe die Spezifikation des Systems, die ich von einem Kollegen zum Umsetzen zugeschickt bekommen habe. In der Regel sind da noch einige Unklarheiten drin, also gehe ich zu besagtem Kollegen ins Büro und gehe Detailfragen mit ihm durch.
Anschließend beginnt die Umsetzung. Bei komplexeren Dingen diskutiere ich mit Kollegen noch häufig das für-und-wider verschiedener Vorgehensmöglichkeiten beim Programmieren. Manchmal bin ich auch in der anderen Rolle: Dann bin ich derjenige, der spezifiziert, und leite meine Arbeit an Programmierer weiter.
Zwischendurch ruft ein Kundenmitarbeiter an und beschreibt mir ein ungewolltes Verhalten des Systems. Ich prüfe das mit den vom Kunden gestellten Anforderungen, und sage dann, ob es tatsächlich ein Fehler ist, den wir beheben müssen, oder ob das eine Änderung ist, die der Kunde bezahlen müsste.
2x die Woche gibt es nachmittags ein kurzes Status-Meeting, wo jeder über seinen Arbeitsfortschritt oder über Risiken berichten kann. Viel schneller als gedacht ist der Tag dann auch schon vorbei.
Ich habe im Studium viel über Datenstrukturen und Algorithmen gelernt. Systematisches Denken lernt man sowieso in jedem wissenschaftlichen Studium, und das braucht man als Softwareentwickler auch täglich.
Ein großer Teil der Arbeit ist aber auch Projektmanagement. Man muss konstant einen Überblick über die Lage, aktuelle Probleme, Risikofaktoren und Interessen der Beteiligten von Arbeitgeber und Kundenseite haben. Das bekommt man im Studium zwar so nicht beigebracht, aber das lernt man schnell im Beruf.
Ich bin ohne großartige Praktika ausgekommen, hatte aber an der Uni einige Hiwi-Jobs die Software-Entwicklung beinhalteten. Generell sollte es aber nicht schwierig sein, in dem Bereich auch in der Wirtschaft was zu bekommen.
Beratung und Softwareentwicklung sind die am weitesten verbreiteten Berufsfelder.
Das hängt ganz vom eigenen Ehrgeiz ab. Als Berater kann man sich natürlich die Nächte um die Ohren schlagen und schnell Karriersprünge machen. Es gibt aber auch 40 Stunden-Jobs, die dennoch ordentlich bezahlt sind.