Ich habe mich für BWL entschieden, weil ich mit 19 einfach noch keinen "Traumberuf" und auch ansonsten keine genaue Vorstellung, welche Berufe mir liegen könnten, hatte.
Mit BWL schienen einem später diverse unterschiedliche Wege offenzustehen - die Entscheidung, einen dieser Wege einzuschlagen, habe ich damit quasi auf die Zeit nach dem Studium verschoben. Außerdem waren bei BWL diverse Kombinationen mit anderen Fachgebieten möglich, die mich auch interessierten (Sprachen, Psychologie,...).
Zu Beginn des Studiums hatte ich noch keine genaue Vorstellung, aber dann hat sich schnell herauskristallisiert, dass ich Marketing am spannendsten finde.
Genau dort bin ich nun auch gelandet: im Brand Management eines Konsumgüterunternehmens.
Im Brand Management (oder Produktmanagement) entwickelt man neue Produkte, die später einmal im Supermarkt landen, und kümmert sich um deren Vermarktung.
Zu meinen Tätigkeiten zählen daher:
9:00 - 10:00 Emails lesen und beantworten
10:00 - 11:00 Telefonkonferenz mit Designagentur
11:00 - 12:00 Rechnungen bearbeiten
12:00 - 13:00 Mittagspause
13:00 - 14:00 Jour fix mit Chef: Stand der laufenden Projekte und weiteres Vorgehen
14:00 - 16:00 Ergebnispräsentation Marktforschungsstudie: Welcher Packungsverschluss ist am besten?
16:00 - 17:00 Abstimmung Pressetexte mit PR-Agentur
17:00 - 19:00 Erstellung einer Präsentation für Vertriebsmeeting am nächsten Tag
Als theoretisches Hintergrundwissen sind die Inhalte des Studiums ganz nützlich und helfen im Sinne einer strukturierten, analytischen Herangehensweise, die man im Studium verinnerlicht.
Aber gerade als junger Berufseinsteiger wird man zunächst einmal mehr in Sachen Projektmanagement (Organisation und Koordination von anderen Abteilungen und externen Agenturen) als bzgl. theoretischen Marketing-Modellen gefordert.
1-2 Auslandssemester sind sehr sinnvoll und machen darüberhinaus auch eine Menge Spaß. Bei Bewerbungen werden sie heutzutage eigentlich vorausgesetzt.
Das gleiche gilt für Praktika - sie sind unbedingt zu empfehlen und helfen einem auch dabei, den eigenen Berufswunsch genauer zu präzisieren. Und ohne Praktika hätte man in Vorstellungsgesprächen kaum etwas zu erzählen, denn diese Erfahrungen interessieren dort am meisten!
Mit BWL kann man eigentlich in fast alle Bereiche gehen, die in produzierenden Unternehmen zu finden sind (Marketing, Vertrieb, Controlling, Einkauf, Personalwesen,...).
Darüber hinaus gibt es jedoch noch unzählige weitere Möglichkeiten wie Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung, Selbständigkeit, Forschung, Lehre,...
Im Vergleich zu vielen anderen Studienfächern sicher sehr gut - da man mit einem BWL-Studium sehr breit ausgebildet ist, stehen einem viele verschiedene Wege offen (von welchen natürlich nicht alle, aber doch viele sehr gut bezahlt werden).
Bitte BWL nicht ohne eine gewisse Zahlenaffinität studieren - das kann je nach Uni schnell in die Hose gehen. :-)
Ein gewisses Interesse an betriebswirtschaftlichen Fragestellungen und theoretischen Modellen hilft ungemein.
Da einen aber in den meisten Fällen nicht alle Teilbereiche interessieren, gilt da die Devise "Durchhalten", da man sich ja spätestens nach dem Studium auf den Bereich stürzen kann, der einem wirklich Spaß macht und am meisten liegt.