Ich habe Rechtswissenschaften an der Europa-Universtität Viadrina studiert, weil ich mich grundsätzlich für gesellschaftliche Fragen interessiert habe, sowie für Europapolitik und Osteuropa.
Eigentlich wollte ich nur einen MasterEin Staatsexamen ist eine Abschlussprüfung, die von einer staatlichen Behörde durchgeführt wird. Die Prüfung basiert somit auf staatlichen Standards und berechtigt zur Ausübung eines staatlich geregelten Berufes. So gehören beispielsweise die Studiengänge Medizin, Jura und Lehramt zu denjenigen, die mit einem Staatsexamen bzw. mehreren Staatsexamina abgeschlossen werden. Legum Europae machen und dann versuchen, in Brüssel unterzukommen. Eigentlich wollte ich vor allen Dingen die Welt retten, wie man so als Jugendlicher ist.
Ich habe dann doch beide Staatsexamina gemacht und bin nun Referentin beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Ich kümmere mich um Fragen der Jugendpolitik, vor allem um außerschulische Jugendbildung und Partizipation junger Menschen an der Gesellschaft.
Dabei geht es darum, Bundesprojekte zu initiieren, mit den Trägern der Jugendhilfelandschaft zusammen zu arbeiten und die Leitung des Ministeriums im politischen Tagesgeschäft zu unterstützen, also Reden schreiben, Termine vorbereiten, Anfragen beantworten, etc.
Die Aufgaben sind jeden Tag anders. Es gibt täglich neue Anforderungen. Die Fristen sind meistens extrem kurz. Einen Arbeitsalltag gibt es nicht.
Grundsätzlich komme ich zwischen 8 und 9 ins Ministerium und sehe, was ansteht, dann mache ich mir einen Tagesplan und arbeite die Aufgaben ab.
Fast täglich sind dabei Bürgeranfragen zu beantworten, Termine für die Leitung vorzubereiten, und Abstimmungen mit anderen Ressorts vorzunehmen.
Nicht zu unterschätzen sind auch die Termine, die außer Haus wahrzunehmen sind.
Im Schnitt verlasse ich das Ministerium zwischen 18 und 19 Uhr Abends.
Als Jurist lernt man, sich schnell einzuarbeiten. Das ist für die Arbeit im Ministerium ein großer Vorteil. Ansonsten hilft es dabei, Gesetzgebungsprozesse zu verstehen und danach zu handeln.
An und für sich hätte ich für diesen Job aber auch eine andere Geisteswissenschaft studieren können.
Ich habe eine Zusatzausbildung als Mediatorin gemacht, die mir sehr weitergeholfen hat.
Praktika in denen man wirklich arbeitet, Erfahrungen sammelt und die nicht nur auf dem Papier stehen sind sehr wichtig. Dabei kommt es nicht auf die Stellung und Namen der Organisation/Firma an, sondern auf die Erfahrungen, die man dabei sammeln kann.
Kommunikationskompetenzen, Teamfähigkeit und Projektorganisation sollte man sich bereits vorher angeeignet haben. Im Job hat man dazu nicht mehr die Zeit.
Im gesamten öffentlichen Bereich, in den klassischen juristischen Berufen und in der Wirtschaft ebenso wie in Vereinen und Verbänden.
Bei ordentlichen Examina sehr gut.
Man muss sich grundsätzlich schon für die Inhalte des Studiums interessieren, ansonsten ist es eine furchtbare Quälerei, mit der man viel Lebenszeit vergeudet. Wenn man sich dafür interessiert, macht es auch richtig Spaß - und der sollte gerade in der Zeit des Studiums, wenn man noch so jung ist und viel erleben will, nicht zu kurz kommen. Viel lernen und arbeiten muss man trotzdem.