Ich habe Rechtswissenschaften studiert.
Mein Interesse wurde durch den Besuch einer Gerichtsverhandlung während der Schulzeit geweckt. Auch bestand schon immer besonderes Interesse an Staatsorganisation.
Schließlich ist Jura extrem vielseitig, da nahezu alle Bereiche des Lebens reglementiert sind und daher auch in allen Bereichen Juristen benötigt werden bzw. tätig sind.
Ich wollte Unternehmensjurist oder Verwaltungsjurist werden und bin nun Staatsanwalt.
Ein Staatsanwalt klärt - gemeinsam mit der Polizei und anderen Behörden - Straftaten auf, also insbesondere ob und ggf. wer sich strafbar gemacht hat.
Anschließend entscheidet der Staatsanwalt, ob eine gerichtliche Bestrafung herbeigeführt werden soll oder das Verfahren beispielsweise mangels Tatnachweises oder geringer Schuld eingestellt wird.
Nach der Verurteilung ist die Staatsanwaltschaft auch für die Durchführung der Vollstreckung zuständig.
Ein typischer Arbeitstag besteht hauptsächlich in der Bearbeitung von Akten.
Zudem steht man häufig mit Polizeibeamten in Kontakt, um weitere Ermittlungen in einzelnen Verfahren abzusprechen.
Schließlich hat wenigstens einmal wöchentlich jeder Staatsanwalt Sitzungsdient beim Gericht.
Das Grundverständnis für Recht und Gesetz, welches man während des Studiums erwirbt, benötigt man jeden Tag im Berufsalltag.
Bestimmte Spezialmaterien werden jedoch im Studium überhaupt nicht behandelt.
Zudem hat man als Staatsanwalt idR nur noch wenig Berührungspunkte mit dem Zivilrecht und Verwaltungsrecht.
Grundsätzlich sind besondere Sprachkenntnisse immer vorteilhaft, wenngleich diese im klassischen Justizdienst wohl kein entscheidenes Einstellungskriterium darstellen.
Eine studienbegleitende juristische Arbeit in einer Rechtsanwaltskanzlei, einem Unternehmen oder an der Uni dürfte ebenfalls empfehlenswert sein.
Bei guten Noten in beiden Examina (Prädikatsnoten) und evtl. weiteren Qualifikationen (Promotion/LLM, Sprachkenntnisse) bestehen sehr gute Gehaltsaussichten auch zu Beginn der Berufstätigkeit.
Andererseits besteht angesichts der Juristenschwemme bei mittelmäßig oder gerade auch schlechten Noten die Befürchtung, keinen oder nur schlecht bezahlte Jobs zu erhalten.
Nahezu jeder Jura-Student wollte das Studium wohl mal hinschmeißen und aufgeben. Dann aber nicht aufgeben, sondern durchbeißen und weitermachen. Es lohnt sich!