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Startseite › Sozialwissenschaften › Politik › Berufe › Roman (28), Online-Redakteur
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Roman (28)
Online-Redakteur

Das habe ich studiert und so habe ich mich dafür entschieden:

Politikwissenschaft.

Für das Fach habe ich mich damals entschieden, schlicht weil ich mich für Politik interessiert habe.

Im Nachhinein weiß ich, dass mir andere Fächer, wie z.B. Soziologie ebenso gut, wenn nicht sogar noch besser gelegen hätten. Darunter konnte ich mich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nichts vorstellen. Man könnte also sagen, dass andere Fächer aufgrund mangelnder Informationen nicht in Frage kamen.

Das wollte ich werden und das bin ich geworden:

Zunächst wollte ich damit gar nichts werden.Zuvor hatte ich International Management & Marketing studiert, um danach im Kulturmanagment zu arbeiten. Da mir das gar nicht gefallen hat, habe ich danach ganz bewusst allein nach Interesse und vermuteten Fähigkeiten entschieden.

Mittlerweile arbeite ich als Redakteur in einer Agentur für politische Kommunikation. Ich glaube allerdings, ich bin noch immer im Werden und noch nichts geworden. Die Vorstellung davon, "etwas werden" zu müssen finde ich in Zeiten permanenter Arbeitsplatz- und Tätigkeitswechsel etwas veraltet.

Mein Beruf:

Für gewöhnlich schreibe und überarbeite ich Texte, überwiegend für Websites von Gewerkschaften.

Darüber hinaus entwerfe ich mit anderen zusammen Kampagnen, insbesondere die Leitargumente und Slogans.

Das Verfassen der Texte läuft im Idealfall so ab: Informationen sammeln, reflektieren, bewerten und die Ergebnisse in einem eigenen Text formulieren. Im schlimmsten Fall so: Informationen sammeln und je nach Kundenwunsch auslassen oder positiv umformulieren.

Mein typischer Arbeitstag:

Wenn genug Zeit ist, fängt ein Tag mit ca. 1 Std. Zeitungslektüre an.

Dann verfasse ich einen Artikel zu einem gesellschaftlichen Thema, wie Arbeitslosigkeiten, Niedriglöhne oder Leiharbeit. - 4 Std.

Mittagessen mit Kollegen. - 1 Std.

Brainstorming für einen neuen Slogan, eine Kampagnenidee, ein neues Inhaltsformat für eine Website. - 2 Std.

Gemeinsame Besprechung der Brainstorming-Ergebnisse. - 1 Std

Texte über ein Redaktionssystem auf eine Website stellen. - 1 Std.

So helfen mir die Studieninhalte im Beruf:

Mein Studium hilft mir sehr! Vor allem inhaltlich profitiere ich davon, mich so intensiv und theoretisch fundiert mit sozial- und gesellschaftspolitischen Themen auseinandergesetzt zu haben.

Diese Zusatzqualifikationen sollte man schon während des Studiums erwerben:

Das kommt ganz darauf an. Wenn man schreiben möchte, sollte man vor allem schreiben. Sei es im Rahmen eines Praktikums, einer ehrenamtlichen Tätigkeit oder dass man als freier Autor versucht, Artikel in Zeitungen/Magazinen unterzubringen.

Ansonsten sollte man vor allem darauf achten, so viel Softwarekenntnisse wie möglich zu sammeln.

In diesen Berufsfeldern kann man als Politologe tätig werden:

  • Wissenschaft
  • Redaktion
  • Campaigning
  • Politikberatung
  • Unternehmensberatung
  • Kommunikationsberatung
  • Werbung

Gehalt und Karrierechancen aus meiner Sicht:

Die Karrierechancen halte ich für gut, da viele Personalplaner fälschlicherweise davon ausgehen, dass Studiengänge "praxisnah" sein müssen (was auch immer das heißen soll).

Ebenfalls fälschlicherweise gehen viele von ihnen offenbar auch davon aus, Politikwissenschaftler seien praxisnäher ausgebildet als andere Sozialwissenschaftler. An meinem InstitutEin Staatsexamen ist eine Abschlussprüfung, die von einer staatlichen Behörde durchgeführt wird. Die Prüfung basiert somit auf staatlichen Standards und berechtigt zur Ausübung eines staatlich geregelten Berufes. So gehören beispielsweise die Studiengänge Medizin, Jura und Lehramt zu denjenigen, die mit einem Staatsexamen bzw. mehreren Staatsexamina abgeschlossen werden. war das glücklicherweise nicht der Fall und das ist auch gut so. Denn von theoretischen Kenntnissen kann man ein Leben lang zehren, praktische Kenntnisse werden immer schneller unbrauchbar.

Mein Gehalt bewerte ich momentan noch als schlecht. Ich verdiene bisher weniger als 3/4 des deutschen Durchschnittsstundenlohns, also nach OECD-Maßstäben einen Niedriglohn. Ich bin mir aber sicher, dass das nicht so bleibt.

Wer das Ziel hat, einfach nur viel Geld zu verdienen, sollte keine Sozialwissenschaften studieren.

Mein Tipp für Studieninteressierte:

Versucht, euch so viel Zeit wie möglich für das Studium zu nehmen. Wissen lässt sich schnell konsumieren, verliert aber auch schnell seinen Wert. Verstehen braucht länger, hält aber auch oft ein Leben lang.

Aus dem Beruf:

  • Christin (32)
    Fernsehautorin beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk
  • Daniel (32)
    Jugendbildungsreferent bei einem Interessenverband
  • Marc-André (36)
    Entwicklungshelfer in Tansania
  • Silke (28)
    Referentin im Stiftungswesen
  • Tangmar (32)
    Entwicklungspolitischer Berater in Kolumbien
  • Volker (32)
    Redenschreiber bei einer Landesregierung