Ich habe Politikwissenschaft aus Interesse an der Politik studiert.
Ich wollte Journalist werden.
Heute arbeite ich als Redenschreiber bei einer Landesregierung.
Ich verfasse Redemanuskripte und Terminvorbereitungen für die Mitglieder der Landesregierung (Ministerpräsident und Minister).
Außerdem dokumentiere ich deren Reden für spätere Publikationen.
Die Studieninhalte als solche helfen relativ wenig - was man an Inhalten braucht, erfährt man entweder aus der Zeitung oder erlernt es im Beruf.
Durch das Studium erlernt man jedoch eine strukturierte Herangehensweise an bislang unbekannte Themen. Außerdem bekommt man eine gewisse Praxis im Schreiben längerer Texte.
Man sollte sich fachlich spezialisieren. Also nicht studieren mit dem Ziel: "Ich bin Politikwissenschaftler." Sondern z.B.: "Ich bin Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt 'Politische Kommunikation von Behörden und Verbänden'."
Praktika sind sehr wichtig. Man sollte sie bei verschiedenen Arbeitgebern in verschiedenen Branchen absolvieren. Außerdem sollten sie jeweils mindestens 4 Wochen umfassen, sonst gewinnt man keinen brauchbaren Eindruck.
Nebenjobs sollten nach Möglichkeit so gewählt werden, dass sie einem Fertigkeiten für das spätere Berufsleben vermitteln.
Zur Erweiterung des eigenen Horizonts sollte mindestens ein Semester im Ausland verbracht werden.
Die regelmäßige Lektüre einer überregionalen Tageszeitung ist obligatorisch.
Als Politikwissenschaftler kann man grundsätzlich überall arbeiten - man ist Generalist.
Am häufigsten dürfte man jedoch bei Parteien, Behörden, Verbänden, Stiftungen und bei den Medien unterkommen. Eher seltener bei Unternehmen (Öffentlichkeitsarbeit, Consulting).
Gehalt und Karrierechancen hängen sehr stark davon ab, was man während und nach dem Studium an beruflichen Erfahrungen sammelt. Wer sich spezialisiert und ein klares Profil entwickelt, kann sich besser vermarkten.
Ansonsten muss einem jedoch bewusst sein, dass Behörden und Unternehmen häufig Juristen gegenüber Politikwissenschaftlern bevorzugen.