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Startseite › Sozialwissenschaften › Psychologie › Berufe › Sarah (26), Stationspsychologin in einer Reha-Klinik
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Sarah (26)
Stationspsychologin in einer Reha-Klinik

Das habe ich studiert und so habe ich mich dafür entschieden:

Ich habe mich wegen der Vielseitigkeit des Inhaltes (u.a. Statistik, Biologie, Sozialpsychologie) und der verschiedenen Berufsmöglichkeiten, die daraus resultieren, für Psychologie entschieden.

Das wollte ich werden und das bin ich geworden:

Im ersten Semester noch Werbepsychologin, aber nun bin ich klinische Psychologin in einer Reha-Klinik für Alkoholabhängige.

Mein Beruf:

Gemeinsam mit psychisch kranken Menschen erarbeite ich, welche problematischen Verhaltens- und Denkmuster zu der Erkrankung beigetragen haben und vermittle dann Methoden, wie man diese Muster lösen oder ändern kann.

Mein typischer Arbeitstag:

08:30 Arbeitsbeginn: Emails prüfen, Einträge zu den Patienten lesen

08:45: Übergabe-Informationen der Pfleger, ob es bei meinen Patienten besondere Vorkommnisse seit dem letzten Tag gab

09:30 bis 12:00 ca. zwei bis drei Einzeltherapien und deren Dokumentation, evtl. Schreiben von Therapieverlängerungsanträgen

Mittagspause

13:30-15:00 Gruppentherapie

15:15 Teambesprechung

17:00 Arbeitsende

So helfen mir die Studieninhalte im Beruf:

Generell gibt es aus den meisten Fächern Kleinigkeiten, die für den Beruf hilfreich sind,
z.B. Wissen über Sprachpsychologie, Lern- und biologische Psychologie (sehr wichtig, um festgefahrene Denkweisen den Patienten erklären zu können), ansonsten waren meine Schwerpunktfächer (Klinische Psychologie und Psychiatrie) notwendig für das Wissen über Diagnostik verschiedener Krankheitsbilder.

Manche Fächer, die ich belegen musste, z.B. Arbeits- und Organisationspsychologie, haben allerdings inhaltlich gar nichts mit meinem Beruf zu tun.

Diese Zusatzqualifikationen sollte man schon während des Studiums erwerben:

Praktika sind auf jeden Fall notwendig, ich würde wenn möglich zwei Praktika für jeweils mindestens drei Monate in verschiedenen klinischen Bereichen, z.b. Psychiatrie und Psychosomatik empfehlen, eines in der Mitte und eines am Ende des Studiums (da bekommt man meist schon mehr Eigenverantwortung zugetragen).

Auch ist es sinnvoll, ein PraktikumEin Staatsexamen ist eine Abschlussprüfung, die von einer staatlichen Behörde durchgeführt wird. Die Prüfung basiert somit auf staatlichen Standards und berechtigt zur Ausübung eines staatlich geregelten Berufes. So gehören beispielsweise die Studiengänge Medizin, Jura und Lehramt zu denjenigen, die mit einem Staatsexamen bzw. mehreren Staatsexamina abgeschlossen werden. in einem anderen Schwerpunktbereich zu absolvieren, um sich mit seiner Entscheidung der Berufsauswahl sicherer zu werden.

In diesen Berufsfeldern kann man als Psychologe tätig werden:

  • im therapeutisch-klinischen und Beratungsbereich
  • im pädagogischen/schulischen Bereich
  • in der wissenschaftlichen Forschung, z.B. Neuropsychologie
  • in der Diagnostik und Evaluation, z.B. Überprüfung und Durchführung von Testverfahren
  • Markt-/Werbepsychologie
  • Personal/Organisationsberatung und -entwicklung

Wie schon erwähnt ist die Psychologie unglaublich vielseitig, daher am besten viele Praktika absolvieren, um die Entscheidung zu erleichtern, und darauf aufbauend Schwerpunktbereiche wählen.

Gehalt und Karrierechancen aus meiner Sicht:

Dies ist abhängig von der Berufsrichtung, in der Wirtschaft sind Gehalt und Karrierechancen natürlich höher als im klinischen Bereich.

Andererseits kann man sich im klinischen Bereich nach anschließender Zusatzausbildung (s.u.) selbstständig machen, da sind dann die Karrierechancen gut bis sehr gut.

Mein Tipp für Studieninteressierte:

Um im klinischen Bereich arbeiten zu können, ist eine anschließende Ausbildung z.B. in Verhaltenstherapie notwendig. Nur mit dieser kann man eine Approbation und somit eine Krankenkassenzulassung bekommen.
Die Ausbildung dauert 3 bis 5 Jahre und kostet ca. 20.000 Euro. Das ist viel Zeit und viel Geld, aber leider nicht zu vermeiden. Die Ausbildung besteht u.a. aus 1.200 Stunden Theorie (ca. 6 Semester, 1-2 mal wöchentlich)und einer praktischen Tätigkeit in einer Klinik. Für diese zahlen immer mehr Kliniken eine monatl. Vergütung von ca. 1.000 €. Alles ist also machbar. Nach dem ersten Klinikjahr hat man gute Chancen auf eine Festanstellung in einer Klinik oder Beratungsstelle. Darüber sollte man sich also im Klaren sein!

Die ersten Jahre nach dem Studium sind hart, aber es lohnt sich...

Aus dem Beruf:

  • Daniela (36)
    Neurowissenschaftlerin
  • Franziska (28)
    Erwachsenenpsychiaterin in einer Klinik
  • Ivana (27)
    Personalreferentin
  • Tobias (29)
    wissenschaftlicher Mitarbeiter Philosophie in Norwegen
  • Ute (29)
    Psychologin in Heimarbeit