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Startseite › Sozialwissenschaften › Soziologie › Berufe › Christian (27), Quartiersmanager eines sozialen Brennpunkts
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Christian (27)
Quartiersmanager eines sozialen Brennpunkts

Das habe ich studiert und so habe ich mich dafür entschieden:

Studiert habe ich Soziologie (DiplomDoktorand ist die Bezeichnung für jemanden, der seine Doktorarbeit scheibt und somit Anwärter auf den Doktortitel ist. Doktoranden werden häufig während ihrer Forschungsarbeit auch als Dozenten bzw. Forschungspersonal an Hochschulen eingesetzt.) mit Erziehungswissenschaften und Politologie als Nebenfächern.

Warum?

  • Interesse an den kleinen und großen Unterschieden zwischen und in Gesellschaften
  • Interesse an Identitätsentwicklung
     

Das wollte ich werden und das bin ich geworden:

Ich hatte vorher kein genaues Ziel. Während des Studiums ergab sich dann der Wunsch später einmal einen Beruf auzuüben, der dazu beiträgt die Chancengleichheit im deutschen Bildungswesen zu verbessern.

Momentan arbeite ich in einem Quartiersmanagement in Berlin Neukölln.
 

Mein Beruf:

Ein Quartiersmanagement (QM) wird in Stadtteilen angesiedelt, die man als soziale Brennpunkte beschreiben könnte. Ein QM-Gebiet erstreckt sich dabei meistens auf ca. 10.000 Einwohner.

Oberstes Ziel der QMs ist, die Anwohner des Gebietes zu aktivieren. Das bedeutet, die Anwohner sollen Wünsche und Ideen zur Verbesserung des Gebiets vortragen und das QM hilft ihnen dann dabei, daraus einen Projektantrag zu machen.

Die Anträge gehen dann beim QM ein und werden, sofern der Quartiersbeirat (ein Anwohnergremium, das durch Losentscheid ausgewählt wird) zustimmt, mit QM-Mitteln gefördert. Die Mittel der QMs kommen dabei in erster Linie von EU-Fonds.

Mein typischer Arbeitstag:

Viel Zeit wird darauf verwendet, die Projekte zu betreuen:

  • Leute motivieren, Projekte zu formulieren und einzureichen
  • helfen beim Erstellen von Ideenskizzen
  • Abrechnung und Bewertung von Projekten.

Weiterhin befindet man sich ständig im Kontakt mit dem zuständigen Bezirksamt und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Hier gibt es immer regen Telefon- und Emailverkehr, da die Zustimmung zu Projekten auch immer von diesen Institutionen mit abhängt.

Gerade, wenn ein QM neu eröffnet hat, muss man viel raus zu den Leuten, Infostände machen und aktivieren, aktivieren, aktivieren, was schon einer gewissen Hartnäckigkeit bedarf.

Weiterhin muss man auch selbst ständig überlegen, welche Dinge notwendig oder wichtig für das Gebiet sind und entsprechende Vorarbeit leisten (beispielsweise beim Erstellen eines Bildungs- oder Gesundheitswegweisers für das Gebiet: von den entsporechenden Akteuren Daten/Infos zusammentragen etc.).

Außerdem gehören Dinge wie Protokolle schreiben, Homepage aktualisieren und sich hier mit der Software vertraut machen, Auswahlverfahren schreiben, wöchentliche Teamsitzungen und eine gewisse Anwesenheitspflicht, wenn Projekte dann stattfinden (z. B. ein Theater- oder Leseabend), auch wenn es spätabends oder am Wochenende ist, mit dazu.
 

So helfen mir die Studieninhalte im Beruf:

Man muss schon sagen, dass die QM-Arbeit in erster Linie auf Städteplaner zugeschnitten ist. Es wäre rückblickend gerade als Soziologe/-in von Vorteil sich u.a. auf Stadtsoziologie fokussiert zu haben (was ich allerdings nicht gemacht habe).

Was mir sicherlich hilft, ist mein Wissen über und auch die während meiner DiplomarbeitDoktorand ist die Bezeichnung für jemanden, der seine Doktorarbeit scheibt und somit Anwärter auf den Doktortitel ist. Doktoranden werden häufig während ihrer Forschungsarbeit auch als Dozenten bzw. Forschungspersonal an Hochschulen eingesetzt. und einem Projektseminar gemachten Erfahrungen mit Menschen mit türkischem, arabischen und ex-jugoslawischen Migratioinshintergrund. Diese Gruppen sind gerade in Berliner QM-Gebieten meist stark überrepräsentiert und ihnen bzw. der Verbesserung ihrer Lage gilt mit die größte Aufmerksamkeit.

Diese Zusatzqualifikationen sollte man schon während des Studiums erwerben:

Ich hatte bereits während des Studiums ein PraktikumEin Staatsexamen ist eine Abschlussprüfung, die von einer staatlichen Behörde durchgeführt wird. Die Prüfung basiert somit auf staatlichen Standards und berechtigt zur Ausübung eines staatlich geregelten Berufes. So gehören beispielsweise die Studiengänge Medizin, Jura und Lehramt zu denjenigen, die mit einem Staatsexamen bzw. mehreren Staatsexamina abgeschlossen werden. in jenem QM gemacht, bei dem ich jetzt arbeite. Das hatte sicherlich den Vorteil schon einmal in den Bereich hineinschnuppern zu können, letztlich war der größte Vorteil jedoch einfach bereits "einen Fuß in der Tür zu haben". So kam es dann, dass man sich an mich erinnerte, als es darum ging eine offene Stelle zu besetzen.

Gerade für QM-Gebiete in Berlin wäre es sicherlich vorteilhaft der türkischen und/oder arabischen Sprache mächtig zu sein und sich mit deren Kultur zu beschäftigen.

In diesen Berufsfeldern kann man als Soziologe tätig werden:

Soziologie ist sicherlich eines der Studienfächer, bei dem man nicht genau vorhersagen kann, wo man beruflich unterkommt und wo nicht.

Forschung ist in jedem Falle eine Möglichkeit. Viele arbeiten auch in Personalabteilungen von Unternehmen, z.B. Banken. Journalismus ist ein weiteres Feld.

Sofern man sich auf den quantitativ-methodischen Bereich konzentriert, liegt der Beruf Statistiker nahe. Viele arbeiten auch in Nicht-Regierungs-Organisationen, Stiftungen und anderen sozialen Trägern.

Gehalt und Karrierechancen aus meiner Sicht:

Dies hängt immer ein bißchen von der Spezialisierung ab, die man während des Soziologiestudiums vornimmt. Die besten Gehaltchancen dürften wohl diejenigen haben, die als Statistiker arbeiten.

Auch als Personaler in Unternehmen oder Banken dürfte man recht ansehnlich verdienen.

Doch auch in der Forschung, bei Stiftungen und selbst bei Nicht-Regierungs-Organisationen und sozialen Trägern verdient man immer noch ganz gut.

Mein Tipp für Studieninteressierte:

Es wäre wohl sicherlich nicht schlecht sich bereits vor dem Studium Vorlesungen zu besuchen (sofern das bei den neuen Studiengängen noch möglich ist).

Ich hätte mich im nachhinein sicherlich auch viel früher und genauer mit der Studienordnung meines Faches auseinandergesetzt: Was zählt letztlich wirklich für meine Abschluss-Note.

Außerdem sollte man sich die Personen, bei denen man relevante Prüfungen ablegt (vor allem die Abschlussarbeit) gut aussuchen. Damit meine ich nicht unbedingt zu dem- oder derjenigen zu gehen, wo man sich für möglichst wenig Aufwand höchstwahrscheinlich eine sehr gute Note abholen kann - wobei auch das hin und wieder kein schelchter Weg ist. Aber mir hat es bei meinen Abschlussprüfungen sehr geholfen, eine wirklich sehr sehr gute Betreuung gehabt zu haben. Das bedeutete jedoch in meinem InstitutEin Staatsexamen ist eine Abschlussprüfung, die von einer staatlichen Behörde durchgeführt wird. Die Prüfung basiert somit auf staatlichen Standards und berechtigt zur Ausübung eines staatlich geregelten Berufes. So gehören beispielsweise die Studiengänge Medizin, Jura und Lehramt zu denjenigen, die mit einem Staatsexamen bzw. mehreren Staatsexamina abgeschlossen werden. auch, zu jenen Dozentinnen zu gehen, die etwas höhere Anforderungen stellten als viele andere. Dafür wurde man dann aber auch nicht in jeder Sprechstunde bei anstehenden Fragen mit einem "Ach, sie machen das schon, machen sie einfach, wie sie meinen" abserviert, sondern es wurde sich wirklich mit den Fragen und Problemen auseinandergesetzt, um gemeinsam Lösungswege zu finden.

Aus dem Beruf:

  • Bettina (30)
    Referentin für Bildungsstatistiken
  • Franziska (29)
    wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Bildungsforschung
  • Nina (29)
    Wissensmanagerin in der Computerspielbranche
  • Rainer (31)
    freiberuflicher Soziologe und Philosoph
  • Uwe (64)
    Referatsleiter im Landesministerium