Ich habe Germanistik, Amerikanistik und Geschichte studiert.
Meine primäre Motivation war, dass ich Lehrer werden wollte. Außerdem hat mich Literatur begeistert. Das ist immer noch so.
Ich wollte vor dem Studium Lehrer werden und bin es auch geworden.
Zwischendurch habe ich außerdem erwogen zu promovieren bzw. in den USA einen PhD zu machen. Diese Überlegung habe ich dann aber wegen fragwürdiger Jobaussichten (Unijobs in der Germanistik und in tollen Städten sind nicht so zahlreich) verworfen.
Ich unterrichte an einem Gymnasium Deutsch (und andere Fächer).
Konkret hat man vor allem damit zu tun zu motivieren, zu disziplinieren und zu erziehen.
Morgens um 8 Uhr in der Schule, dann sechs Stunden Unterricht, 6 x 25 SchülerInnen organisieren und zum Lernen bewegen bzw. Material/Thema/Gegenstand etc. bereitstellen.
Dazwischen wenig Pause, in den Pausen Dinge regeln, nachmittags heim, kurz essen, schlafen, Pause, dann vorbereiten/korrigieren, was unterschiedlich lange dauern kann.
Beim Lehrerberuf kommt es weniger auf fachliche Fähigkeiten an. Die sind zwar sehr wichtig (wenn ich fachlich ungeeignet wäre, wäre der Job ein Krampf). Aber das, was man an der Uni gelernt hat (wohlgemerkt alte Studienordnung, kein Bachelor/Master!) dient eher der Bildung als einer Ausbildung (was ich auch gutheiße!).
Folgende Aufgaben aus dem Studium helfen mir heute noch weiter: lesen und Bücher diskutieren, analysieren, Hausarbeiten darüber schreiben, philosophieren.
Darüberhinaus erweitert reisen den Horizont. Denn ob jemand, der im Schnelldurchlauf Scheine abheftet, als Lehrer/Vorbild o.ä. geeignet ist, weiß ich nicht...
Unbedingt empfehlenswert: In die Schule reinschauen! Ist das was für mich oder macht es mir Angst/mich nervös? Dann nach 6 Wochen entscheiden, ob man nicht besser etwas erlernt, bei dem man nicht so vielen Erwartungen begegnet/Kinder/Menschen um sich hat.
Ich würde sagen: in vielen. Es geht ja vor allem um Bildung sowie das Erlernen von Kompetenzen im Umgang mit Texten: schnell lesen, viel wissen, Neues einordnen, verarbeiten, weitervermitteln.
Mäßig, Siehe Tabellen zu A-C-Gehältern (Lehrer bis Professoren z.B.). Dafür wartet bei Verbeamtung ein sicherer Job.
1. Überlegt euch, was ihr wollt und ob ihr ein gutes Bauchgefühl bei einer Entscheidung habt. Fühlt ihr euch permanent unwohl mit einer Berufsentscheidung, erwägt Neues. Und zwar unvoreingenommen. Es gibt Literaturwissenschaftler, die noch nach fünf Jahren alles abgebrochen und dann Medizin studiert haben. Es ist also nie zu spät, ein neues Leben zu beginnen.
2. Der Gedanke daran, womit man mal Geld verdienen könnte, wenn Eltern/Stipendium zu zahlen aufhren, kann schon mit 20 sinnvoll sein. Auch wer etwas sehr Praxisbezogenes studiert, kann noch leidenschaftlicher Musiker sein, muss aber vielleicht mit Mitte 40 kein Taxi fahren, um drei Kinder zu ernähren. Aber wie gesagt: auf den Bauch hören.