Vor allem habe ich aus großem Interesse Germanistik studiert. Aber auch relativ naiv: Mir damals weder der Unterschied zwischen Sprach- und Literaturwissenschaft klar, noch wusste ich, dass es auch Neuere deutsche Literaturwissenschaft gibt. Deshalb habe ich mich später zusätzlich für Komparatistik entschieden.
Ich wollte immer in den kulturellen Bereich, eigentlich ans Theater. Nach zwei Hospitanzen habe ich mich aber doch nicht für Theaterwissenschaft (neben Germanistik) entschieden, sondern für Journalistik.
Es hat sich dann aber etwa ab dem 4.-5. Semester herauskristallisiert, dass ich in die Verlagsbranche möchte.
Es war also ein Prozess, der aber bei geisteswissenschaftlichen Fächern normal ist, weil es keinen konkret definierten Beruf gibt, auf den man hinstudiert.
Während des Studiums habe ich zwei Verlagspraktika gemacht und danach ein VolontariatDas Volontariat ist eine Ausbildung, die meist mit dem Journalismus verbunden wird und sich an ein Studium anschließt. Während eines Volontariats durchläufst du die verschiedenen Abteilungen oder Redaktionen eines Verlages, einer Zeitung oder einer Medienanstalt. Je nach Vorbildung und Eignung kann das Volontariat zwischen zwölf und 24 Monaten dauern. Mit dem Volontariat soll dir der Berufseinstieg in die Branche erleichtert werden. im Lektorat eines Sachbuchverlags angefangen, das bald beendet sein wird. Dann wird daraus (hoffentlich) eine Stelle als Lektoratsassistentin bzw. Juniorlektorin.
In unserem Verlag erscheinen hauptsächlich Übersetzungen, d.h. die Bücher werden meistens nicht bei uns konzipiert.
Die Arbeit ist größtenteils Projektmanagement: Freie Übersetzer und Lektoren werden beauftragt, die Texte allerdings immer selbst noch mal gelesen und kleinere Kinderbücher häufig auch selbst lektoriert.
Der Titel des Buches muss formuliert, Klappentexte geschrieben und überlegt werden, wie das Cover aussehen soll.
Also, einerseits viel Arbeit mit Menschen, andererseits viel Arbeit am Text - eigentlich eine ideale Mischung.
E-Mails checken: Manuskripteinsendungen, Fragen von Übersetzern und Lektoren, betriebsinterne Mails. Eine Lektorin ruft mit Fragen zum Projekt an. Für ein Projekt muss ein Übersetzer gefunden werden. Ich frage einen passenden per Mail an. Aus der Herstellung kommt das deutsche Cover eines Buches: Die Schrift ist zu klein, etc. - das sollte geändert werden.
Zwischendurch Umbruchkorrektur eines gesetzten, schon lektorierten Textes auf Satzfahnen. Der Übersetzer sagt zu, also Vertrag schreiben und mitsamt der Satzfahnen versenden. Verschiedenste Listen der Projekte pflegen, um den Überblick zu behalten. Ausgetauschte Klappentexte mit der Kollegin besprechen, bearbeiten, zum Setzen an die Herstellung weiterleiten. Impressum schreiben. Und ganz, ganz viele Kleinigkeiten ...
Im Studium erworbene Fähigkeiten helfen mir heute im Beruf:
Auf jeden Fall Praktika machen, um einen konkreten Einblick in den Beruf zu bekommen und um "Berufserfahrung" vorweisen zu können.
Richtig viel verdienen kann man nicht. Hier ist Leidenschaft gefragt!