Medienwirtschaft ist eine interessante Kombination aus BWL (= überall einsetzbar) mit Medienschwerpunkt (= damals: Boom in den neuen Medien).
Mein Plan war, als Medienwirtschaftler im Bereich e-commerce oder e-learning einzusteigen. Wie das Leben aber so spielt, waren nach dem Studium die Einstiegsjobs in dem Bereich knapp.
Daher habe ich mich umorientiert und bin inzwischen als Produkt-Controller in der schwedischen Niederlassung eines deutschen Automobilzulieferers tätig.
Controlling bedeutet Kalkulation von Kundenangeboten, Erstellung von Wirtschaftlichkeits- und Make-or-Buy Analysen sowie die Zusammenstellung von Jahresplanungen und Vorschauen.
8 Uhr im Büro, zunächst Emails checken und die dringensten beantworten, Meeting mit einem der Projektleiter und dem Key Accounter zum Stand der Angebotsvorbereitungen.
Danach entsprechende Inputs (Werkskalkulationen, Einkaufspreise, Investments) in die Produktkalkulation einarbeiten und unklare Zahlen mit den verantwortlichen Funktionen diskutieren.
Nachmittags dann Abstimmung mit dem Fertigungsplaner und dem Einkauf über den Stand der Werkzeugbestellungen für Projekt x.
Danach dann Zusammentstellung einer Stundenrückmeldungsübersicht für das morgige Managementmeeting.
Danach noch einmal die Emails des Tages bearbeiten.
Verständnis für grundsätzliche ökonomische Zusammenhänge ist immer notwendig - egal in welcher Funktion oder Branche.
Qualifizierte Praktika sind unbedingt zu empfehlen. Gerne auch in unterschiedlichen Branchen und Regionen.
Verhandlungssicheres Englisch und interkulturelle Kompetenz wird heute sehr häufig vorausgesetzt - warum sich also nicht z.B. in studentischen Netzwerken mit internationalen Kontakten engagieren?
Sicherlich ist der Medienbereich naheliegend. Aber da man als Medienwirtschaftler zumeist einen Diplom-Kaufmann/-frau-Abschluss erhält, stehen verschiedenste Branchen offen.
Da man im Studium bereits interdisziplinäre Kompetenzen entwickelt hat, sind Schnittstellenfunktionen, wie etwa Vertrieb, Beratung oder Controlling sicher naheliegend.
Der Medienbereich ist nicht notwendigerweise für seine hohen (Einstiegs-)Gehälter bekannt und es besteht eine große Konkurrenz. Wenn man den Einstieg geschafft hat, rückt das Studium mit der Zeit in den Hintergrund und die Arbeitserfahrung/-performance wird entscheidend.
Die Gehalts- und Karriereentwicklung ist abhängig vom Unternehmen, der allgemeinen Wirtschaftssituation und den persönlichen Zielen.
Schaffen Sie sich ein Kontaktnetzwerk und trainieren Sie ihr Englisch. Nicht alles im Leben ist planbar und häufig ist der Zufall mit im Spiel.