Ich habe Journalistik studiert, weil ich schon als Schüler wusste, dass ich später Journalist werden will.
Das war, zugegeben, nach meinem Abitur auch das einzige Gebiet, wo ich mir ein mehrjähriges Studium vorstellen konnte. Alles andere hat mich nicht besonders interessiert, erschien mir nicht abwechslungsreich genug oder war mir einfach zu kompliziert.
Natürlich gibt es viele Wege, in den Journalistenberuf. Viele erfahrene Journalisten raten davon ab, direkt das Fach zu studieren. Sie empfehlen, etwas zu studieren, das einen spezialisiert und zu einem Fachmann macht (Politik, Wirtschaft, usw.). Und dann über ein VolontariatDas Volontariat ist eine Ausbildung, die meist mit dem Journalismus verbunden wird und sich an ein Studium anschließt. Während eines Volontariats durchläufst du die verschiedenen Abteilungen oder Redaktionen eines Verlages, einer Zeitung oder einer Medienanstalt. Je nach Vorbildung und Eignung kann das Volontariat zwischen zwölf und 24 Monaten dauern. Mit dem Volontariat soll dir der Berufseinstieg in die Branche erleichtert werden. , ein Aufbaustudium oder als freier Mitarbeiter in den Journalismus zu wechseln.
Das kam für mich nicht in Frage. Ich sehe die Vorteile an dem universitäten Weg: Im Studium war ein hoher Praxisanteil integriert (inklusive einem Volontariat), man studierte ein zweites Fach parallel und sicherte sich so Fachwissen (bei mir war es Soziologie - obwohl das auch kein besonders hartes Zweitfach war) und man erhielt Einblicke in Bereiche des Journalismus, die bei jedem VolontariatDas Volontariat ist eine Ausbildung, die meist mit dem Journalismus verbunden wird und sich an ein Studium anschließt. Während eines Volontariats durchläufst du die verschiedenen Abteilungen oder Redaktionen eines Verlages, einer Zeitung oder einer Medienanstalt. Je nach Vorbildung und Eignung kann das Volontariat zwischen zwölf und 24 Monaten dauern. Mit dem Volontariat soll dir der Berufseinstieg in die Branche erleichtert werden. zu kurz kommen (Medienethik, Presserecht).
Ich wollte damit Journalist werden - und ich bin Journalist geworden.
Zumindest bis heute, ein Jahr nach Studienabschluss, kann ich mein Geld als Redakteur für ein Online-Nachrichtenportal verdienen.
Als Journalist hat man vor allem drei Aufgaben:
Am Vormittag gibt es eine Themenkonferenz. Jeder Redakteur stellt seinem Ressortleiter vor, welche Inhalte er bearbeiten möchte. Die "Abteilungsleiter" geben selbst Anregungen und die Richtung des Tages vor: Was wird in welchem Umfang recherchiert und berichtet.
Anschließend arbeitet man diesen Auftrag ab: Man führt Interviews, besucht Pressekonferenzen, koordiniert Freie Mitarbeiter, kümmert sich um die Bildauswahl und die grafische Aufbereitung der Themen.
Zusätzlich sollte man in seinem Schwerpunkt immer auf dem aktuellen Stand bleiben: Andere Medien konsumieren und Hintergrundgespräche führen, die nicht sofort in einen eigenen Beitrag münden.
Im Studium habe ich gelernt, koordiniert und zeitgenau zu arbeiten. Das ist als Journalist besonders wichtig: Man darf sich nicht verzetteln, man darf nichts übersehen.
Außerdem hat mir speziell das Journalistik-Studium mit dem hohen Praxisanteil gezeigt, wie man bei einer Recherche vorgeht, was für rechtliche Schranken zu beachten sind und welche unterschiedlichen Darstellungsformen es gibt.
Der Praxisanteil ist für einen Journalisten enorm wichtig. Nur als Praktikant/Mitarbeiter einer Redaktion lernt man die Anforderungen richtig kennen, kann sich ausprobieren und erfährt, wo die Theorie der Uni einfach nicht mit der Praxis zu vereinbaren ist.
Außerdem ist das wichtig, um Kontakte zu knüpfen, die einem später den Berufseinstieg ermöglichen oder interessante Themen vorschlagen.
Vor allem in Redaktionen, aber auch in Pressestellen, Kommunikationsagenturen oder als Referent.
Journalistik ist eine Geisteswissenschaft, die Medienbranche leidet unter der Wirtschaftskrise. Es gibt weniger Käufer für journalistische Inhalte, weniger Anzeigenkunden und mehr kostenlosen Inhalt im Internet.
Zwar gibt es viele Möglichkeiten, als Journalist in den Beruf einzusteigen und Geld zu verdienen - allerdings wird man als Einsteiger damit nicht so viel verdienen wie in anderen Feldern.
Wie die Karrierechancen sind, hängt vom Engagement des Einzelnen ab: Jede Redaktion hat verschiedene Hierarchien.
Der Vorteil: Man kann durch konstant gute Leistung aufsteigen. Die gute Note im Studium zählt nicht so viel.
Nie die Praxis vernachlässigen und immer schauen, was für einen Bereich im Journalismus man abdecken will.